INTER KULTUR FOTO ART
Syrien: Krieg-Flucht-Ankunft
11. Juni - 31. Juli 2016
Willkommen



Ausstellung

11. Juni - 31. Juli 2016

PERSPEKTIVEN JUNGER FRANZÖSISCHER,
SYRISCHER UND DEUTSCHER FOTOGRAFEN

Seit 2011 herrscht Krieg in Syrien, und das Thema beherrscht die Medien. Im Jahr 2015 zählte die UNO mehr als 220.000 Tote und zwölf Millionen Syrer auf der Flucht, darunter vier Millionen, die das Land verlassen haben.
Das Institut français Stuttgart und INTER KULTUR FOTO ART veranstalten Ausstellungen und Podiumsdiskussionen zu diesem Thema. Syrien-Experten, Historiker, Journalisten, Kunstkritiker, französische, deutsche und syrische Künstler befassen sich mit Funktionen und Wirkungsweisen von Bildern:
Wie zeigen und dokumentieren Fotografen und Journalisten Krieg und Flucht? Welcher Ethik und welchen Grenzen sind sie unterworfen, um diese Bilder zu erzeugen, sie auszuwählen und zu präsentieren? Wie kommen diese Darstellungen von Zerstörung und Flucht bei den Betrachtern und Lesern an? Inwiefern wirken Bilder emanzipatorisch oder manipulativ? Die Ausstellungen zeigen Arbeiten junger Fotografen aus den Jahren 2012 bis 2016. Thematisiert werden der Krieg im Land selbst, die Flucht vieler Syrer sowie ihr Ankommen und ihre aktuelle Situation in Stuttgart. Die Exponate werden an verschiedenen Orten in Stuttgart gezeigt, auch als Installationen im öffentlichen Raum.


Eröffnung der Ausstellung im Institut français (Teil 1), Laurence Geai, Jérémy Saint-Peyre und Muzaffar Salman
Samstag, 11. Juni 19.30 Uhr, Institut français
Grußwort: Nicolas Eybalin, Generalkonsul Frankreichs und Leiter des Institut français Stuttgart
Einführung: Team INTER KULTUR FOTO ART und Andreas Langen, Fotograf und Autor
Eröffnung in Anwesenheit der Künstler, Kuratorenführung
Musikalische Umrahmung: Samir Mansour
Der Eintritt ist frei
Öffnungszeiten im Institut français Stuttgart: Mo-Do 10.00-18.00 Uhr / Fr 10.00-16.00 Uhr
Dauer der Ausstellung: Sonntag, 12. Juni bis Freitag, 29. Juli

Eröffnung der Ausstellung im Café & Bar Condesa und auf dem Marienplatz (Teil 2), mit dem deutschen Fotografen Alex Wunsch
10.30 Uhr, Vernissage der Ausstellung am Marienplatz und im Café & Bar Condesa
Grußwort: Dr. Birgit Schneider-Bönninger, Leiterin Kulturamt Stuttgart
Einführung: Team INTER KULTUR FOTO ART

THEMENTAG SYRIEN

Sonntag, 12. Juni, ab 12.00 Uhr | Institut français Stuttgart, Schloßstr. 51, 70174 Stuttgart

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe organisiert das Institut français in Zusammenarbeit mit INTER KULTUR FOTO ART einen „Syrischen Tag“. Parallel zur Ausstellung „Syrien: Krieg – Flucht – Ankunft. Perspektiven junger französischer, syrischer und deutscher Fotografen“ wird es Vorträge und Gespräche geben, die nicht nur die aktuelle Brisanz der Lage in Syrien thematisieren, sondern sich dem Thema auch aus historischer, künstlerischer und medienwissenschaftlicher Perspektive nähern.

Programmpunkte:

13.30 Uhr, Gespräch: Syrien – Berichte über einen komplexen Konflikt

Der Journalist und Syrien-Experte Jörg Armbruster gibt eine Einführung in die Komplexität des Syrien-Konflikts – von seiner Entstehung durch die Repression von Protesten durch die Assad-Regierung im Frühjahr 2011 bis heute. Im Anschluss führt er ein Gespräch mit zwei syrischen Gästen, die über Ihre Erfahrung des Krieges berichten.

Referenten:

Jörg Armbruster, Journalist und Nahost-Experte, der als ehemaliger ARD-Auslandskorrespondent in Syrien gearbeitet hat und 2013 u.a. mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus sowie mit dem Leipziger Medienpreis Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien ausgezeichnet wurde.

Mohammad Abu Hajar, syrischer Aktivist und Hiphop Musiker, der seit Ende 2014 als anerkannter Flüchtling in Berlin lebt und sich von dort aus mit seiner Band „Mazzaj Rap“ weiter für Gerechtigkeit in Syrien einsetzt.

Muzaffar Salman, der seit 2014 in Frankreich (Rouen) lebende syrischer Fotograf (Rouen) war zunächst für die Redaktion der syrischen Tageszeitung Al-Watan tätig, bevor er 2011 freiberuflich für die Nachrichtenagentur Associated Press in Damaskus, und 2013 während der Kämpfe in Aleppo für Reuters fotografierte. INTER KULTUR FOTO ART zeigt eine Auswahl seiner Bilder, die während des Krieges bis zu seiner Ausreise nach Frankreich entstanden sind.

Sprache: Deutsch / Englisch

15.30 Uhr, Vortrag und Diskussion: Die Macht der Bilder – über die Verwendung von Bildern in den Medien

Bilder beeinflussen in zunehmendem Maße alle Bereiche der Gesellschaft. Seit den Anschlägen auf das World Trade Center erfüllen sie insbesondere eine intensivierte strategische und/oder ideologische Funktion, die dazu führt, dass mediale Darstellungen schon im Vorfeld von den beteiligten Akteuren instrumentalisiert werden können. Doch warum eignen sie sich gerade so gut für strategische und/oder ideologische Verwendungen? Antworten darauf versucht Prof. Dr. Klaus Sachs-Hombach (Universität Tübingen), der sich u.a. mit den ästhetischen und ethischen Problemen des Medienwandels und der modernen Bildkultur auseinandersetzt, in seinem Vortrag anhand einiger aktueller Beispiele zu finden.
Das anschließende Gespräch mit Prof. Dr. Sachs-Hornbach und dem deutschen Journalisten Dr. Knut Krohn (Stuttgarter Zeitung) und der französischen Fotografin Laurence Geai, die über Ihre Arbeit im Kriegsgebiete berichten werden, moderiert Dr. Felix Heidenreich (Universität Stuttgart).

Referenten:

Prof. Dr. Klaus Sachs-Hombach ist Professor für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen. Zu seinen Forschungsschwerpunkten und zentralen Themengebieten gehören die Bild-, Zeichen-, Medien- und Kommunikationstheorien in historischer und systematischer Ausrichtung, zudem die Bereiche der Ästhetik und Kulturtheorie sowie die philosophischen Probleme der Psychologie, Psychologiegeschichte und Kognitionswissenschaft. 2015 veröffentlichte er u.a. zusammen mit F. Reer und S. Schahadat das Buch Krieg und Konflikt in den Medien. Multidisziplinäre Perspektiven auf mediale Kriegsdarstellungen und deren Wirkungen (Halem Verlag, Köln).

Dr. Knut Krohn (Stuttgarter Zeitung) geboren 1961, hat in Tübingen, Florenz und Moskau Deutsch, Politik und Sport studiert. Nachdem er zunächst als freier Korrespondent in Russland und Italien arbeitete, wurde er Mitte der 1990er Redakteur bei der Stuttgarter Zeitung. Zuerst arbeitete er in der Landespolitik, danach verantwortete er die Seite Eins und wechselte schließlich in die Außenpolitik, wo er für Europa, die Türkei und den Nahen Osten zuständig war. 2006 bis 2010 war Knut Krohn Korrespondent in Polen. Seit 2011 ist er wieder Redakteur in Stuttgart in der Außenpolitik, mit Schwerpunkt EU, Osteuropa und Türkei.

Laurence Geai (Fotojournalistin, Paris)

Moderation: Dr. Felix Heidenreich (IZKT der Universität Stuttgart)

Sprache: Deutsch / Franz.

17.30 Uhr, Vortrag und Diskussion: Widerstand und künstlerisches Schaffen

Syrien war lange Zeit für seine reiche Künstlerszene bekannt. So wurde das Land auch zum führenden Produzenten von Fernsehserien im arabischen Raum. Ermöglicht wurde die Realisation einer solchen Fülle an Produktionen größtenteils durch den Zugang zu Fremdkapital, insbesondere aus den Golfstaaten, aber auch durch die Unterstützung und Förderungen seitens der Macht. Der arabische Frühling und der Bürgerkrieg sowie die damit einhergehende Frage auf welcher Seite – für oder gegen die Machthaber – sich ein Künstler engagiert, haben die Lage und die Produktionsbedingungen erheblich verändert.
Die französische Kuratorin Delphine Leccas gibt in ihrem Vortrag Einblicke in das zeitgenössische künstlerische Schaffen Syriens. Anschließend führt Hans Christ, Leiter des Württembergischen Kunstverein Stuttgarts, mit ihr und dem syrischen Fotografen Muzaffar Salman ein Gespräch zur Frage des Engagements und des Widerstands syrischer Künstler seit Beginn des Konfliktes.

Referenten:

Delphine Leccas (Paris/Beirut), Expertin für zeitgenössische syrische Kunst, u.a. Initiatorin des „Visual Arts Festival Damascus“ und Kuratorin zahlreicher Veranstaltungen mit Syrien-Bezug, darunter Ausstellungen, Filmvorführungen, Gespräche und Performances.

Muzaffar Salman (Rouen), seit 2014 in Frankreich lebender syrischer Fotograf, der zunächst für die Redaktion der syrischen Tageszeitung Al-Watan tätig war, bevor er 2011 freiberuflich für die Nachrichtenagentur Associated Press in Damaskus, und 2013 während der Kämpfe in Aleppo für Reuters fotografierte.

Moderation: Hans Christ (Leiter des WKV Stuttgart)

Sprache: Englisch/Deutsch
Musikalische Einlagen: Mohammad Abu Hajar (Berlin)
Ab 12.00 Uhr orientalische Speisen und Getränke im Institut français

WEITERE PROJEKTE IM RAHMEN DER AUSSTELLUNG:

-Freitag, 17.6., 20.00 Uhr, Theater La Lune Stuttgart: „Reise nach Jerusalem“ – auf Julianna Herzbergs Reisetagebuch basierendes Theaterstück über die junge Anna, die mitten im 33-Tage-Krieg nach Palästina reist und dort den tief verwurzelten Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern am eigenen Leib erfährt. Sprache Frz., Eintritt: 12,-/10,- €
-Donnerstag, 23.6., 19.00 Uhr, VHS Stuttgart: Vortrag von Dr. des. Anne Grüne (Universität Erfurt, Kommunikationswissenschaft) im Rahmen des EUNIC-Cluster „Migration und Identität – Wie verändert sich Europa?“ und anschließendes Gespräch zu den persönlichen Erfahrungen der Gäste aus Ungarn, Frankreich und Italien: Àkos Doma (Schriftsteller und Chamisso-Preisträger), Françoise Joly (Dozentin an der Universität Stuttgart) und Valentina Nucera (Center for European Trainees). Sprache Dt., Eintritt frei
-Freitag, 24.6., 13.30 Uhr (Schüler), 16.00 Uhr (Erwachsene), Institut français: SPECQUE – Planspiel, bei dem auf Basis ausgewählter Texte Europa-Parlaments-Debatten zum Thema „Die Einwanderungspolitik in der EU“ simuliert werden. Eintritt frei, Anmeldung erforderlich unter: info.stuttgart@institutfrancais.de
-Donnerstag, 21.7., Institut français: Filmvorführung Menschen (D, 2015, 75 Min. OmdU) von Grégory Darcy und anschließendes Gespräch mit dem Regisseur. Sprache Frz. und Dt./Engl., Eintritt frei.

Mehr information über Institut français

Camouflage und Parteilichkeit
Ein Essay über Fotografie in Zeiten des Krieges

Text Andreas Langen


Portfolio

Stuttgart-Paris
4 Fotografen

MUZAFFAR SALMAN (Syrien)

LAURENCE GEAI (Frankreich)

ALEX WUNSCH (Deutschland)

JÉRÉMY SAINT-PEYRE (France)

Areal

Fotografischer Spaziergang
Marienplatz und l'Institut français - Stuttgart

Kunstort 1

Marienplatz - Stuttgart

Kunstort 2

Institut français Stuttgart
Schloßstraße 51
70174 Stuttgart
https://stuttgart.institutfrancais.de/

Kunstort 3

Café & bar Condesa Stuttgart Marienplatz 11
70178 Stuttgart
https://www.facebook.com/Condesa-Cafe-Bar-675080965908789/

Team

Das peruanisch-französisch-deutsche Dream Team

Roxana Naranjo-Gamarra

Projektleitung

Roxana Naranjo-Gamarra war nach dem Abschluß der Kunsthochschule in Lima zunächst als künstlerische Leiterin im Pressewesen tätig. Danach konzentrierte sich sich auf die Szenografie und arbeitete für Fernsehen, Film sowie für zahlreiche Galerien und Kunstmuseen. Seit einigen Jahren arbeitet sie in Frankreich und Deutschland. Sie konzentriert sich auf Projekte, die Kunst und soziologische Themen verbinden.

Emmanuelle Halkin

Kuratorin

Nach dem Abschluß der Ecole du Louvre hat Emmanuelle Halkin 10 Jahre als Fachredakteurin für Fotografie bei Editions de La Martinière gearbeitet. Seit Juli 2013 führt sie diese Tätigkeit freiberuflich fort und ist für Ausstellungsprojekte tätig. Sie schloss sich im Jahr 2013 der Vereinigung FETART an, die sich für die Förderung der jungen europäischen Fotografie engagiert und nimmt seitdem am Festival Circulation(s) am Kultuzentrum CENTQUATRE-PARIS teil.

Petra Weimer

Produktionsleitung

Schauspielstudium an der Hochschule der Künste in Berlin. Als Regisseurin entwickelte sie neue Formen im zeitgenössischen Theater und führte Performancefestivals und multimediale Theaterprojekte durch. Von 1999 - 2013 war sie Schauspielerin, Dramaturgin und Regisseurin am Theater Rampe in Stuttgart. Seit über 20 Jahren ist sie in leitender Funktion für deutsch-französische Kunst- und Theaterprojekte tätig.

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